Chorgemeinschaft Contrapunkt






 
 
     
 

Pressespiegel

Ungewöhnliches

«aufbruch» in der Elisabethenkirche

Keine Choräle und keine Motetten standen auf dem Programm des Chorkonzertes am Samstag in der Elisabethenkirche. Georg Hausammann, der eigenwillige Dirigent der Muttenzer Chorgemeinschaft «contrapunkt», hat mit den ungefähr 80 Sängerinnen und Sängern des Ensembles für die Jahrtausendwende ein aussergewöhnliches Projekt mit dem Thema «aufbruch» realisiert. Vier Musiker/Komponistinnen aus der musikalischen Offszene wurden beauftragt, je ein Chorwerk zu schaffen, das in irgendeiner Weise die Zeit des Übergangs durch die Klanggestaltung hörbar werden lässt.

In Katharina von Rüttes «Momenten», einer «Improvisation für Chor a cappella», bewiesen die Sänger ihr Stegreiftalent als «instant composers». Lange gehaltene Vokale auf einem Ton, Schwelltöne, Dreiklänge verschmolzen zu Sphären-, manchmal Alpenklängen, übermalt oder unterbrochen von wehklagendem Wimmern, scharfem Zischen, Gelächter und hysterischem Massengeschrei. Erstaunlich, wie die drei Gruppen eine in sich stimmende Klangwelt entstehen liessen.

«Jetzt» – in die Stille des nachhallenden Raums gesprochen, so begann die Komposition «sediment» für achtstimmigen Chor a capella von Lukas Rohner. 14 Zeitbegriffe aus 14 Sprachen und Kulturen verdichteten sich zu einer polyphonen Sprachmusik, die in einem leisen Summen endete. «Der Lärm im Kopf wurde zum Schweigen gebracht.» Auch in seiner Komposition «Höhenluft» für 2mal 10 Obertonflöten. Lukas Rohner schickte das Publikum auf eine Reise durch die Obertonwelten.

In Musik umgesetzte Beschreibungen von Bau-, Förder und Dampfmaschinen im zweiten Teil, «Wenn i dür't Stadt loufä», von Urs Wiesners Komposition «So 'ne Art Efeu» für Chor, Marimbaphon, Flöte/Akkordeon und Tonband. – Zum Schluss ein Totentanz mit dem unheimlichen Tod (Hanna Barbara), der über die Bühne wirbelnden Närrin (Sabina Rupp), dem furchterregenden Teufel (Markus Baumgartner) und lebhaft agierenden Chormitgliedern, begleitet von der Unheil verkündenden Basler Trommel. Über allem schwebend von der Kanzel herunter die zarte trillernde Flöte (Fränzi Badertscher) und tragend und voll im Mittelpunkt die klare Stimme der Sopranistin, Gabriela Dörfler, in der sich an die lateinische Messe anlehnenden Komposition «Benedicta» -Szenario für Chor, Masken und Instrumente von Margrit Schenker. Zum Schluss begeisterter Applaus und Blumensträusse für alle Mitwirkenden. Christina Mosimann

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