Hier geht es zum aktuellen Konzertprojekt und zu den Presseberichten über den contrapunkt – seit seiner ersten Chorprobe pflegt der Chor die musikalische Vielfalt mit nie versiegender Begeisterung und immer neuen Ideen. Die Gesamtauflistung aller Konzertproduktionen seit 1981 ist hier zu finden. Die folgende Chronik gibt einen Überblick über die Projekte der letzten Jahre (in Ausschnitten). 

 

SPIRALES

Chorwerke und Ermutigungslieder für Stimmen, Schlagwerk und Klavier

 

«Du, lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit» – Durch alle Epochen hindurch haben sich Menschen singend daran erinnert, dass sie trotz widrigster Umstände zu solidarischem Handeln fähig sind. Beim Komponisten Kurt Weill und dem britischen Improvisationskünstler Cornelius Cardew klingen die chorischen Werke bisweilen karg, ironisch, absurd, während in impressionistisch-experimentellen Stücken von Claude Debussy, Arvo Pärt und Terry Riley überraschende Klanglandschaften entstehen, die sich in Bewegung auf endlos scheinenden Treppen hinaufschrauben.
Gemeinsam mit drei Schlagzeuger*innen und einem Pianisten singt sich der contrapunkt chor improvisierend und jodelnd in immer weitere Höhen.

 

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contrapunkt chor
unorthodox jukebox orchestra Schlagwerk

Grégory Nordmann Klavier, Improvisation

Felicitas Jungi Mise en espace

Abélia Nordmann Konzept, Leitung

 

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Programmblatt

Liedtexte

 

 

NACHTHELL

Gesänge aus Süditalien

 

Liebeslieder aus Apulien, Lobeshymnen aus Sizilien, weihnachtliche Gesänge aus Neapel: mitten im Novemberdunkel lassen die siebzig Stimmen des contrapunkt chor die besondere Farbe süditalienischer Volkslieder erklingen und stellen sie lichtvollen Werken italienischer Renaissance- und Barock-Komponisten gegenüber.

 

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contrapunkt chor

Roberto Vacca Akkordeon

Abélia Nordmann Leitung

 

Programmheft

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LA MAR

Eine sephardische Geschichte für Stimmen und Instrumente

 

Eine unverwechselbare Sehnsucht liegt im Klang sephardischer Lieder: sie erzählen von Vertreibung und Verwurzelung, von ferner Liebe und unerreichbarer Ferne. Mit dem Projekt LA MAR widmet sich der contrapunkt chor der wenig bekannten Kultur der jüdischen Gemeinschaften im Spanien des Mittelalters zwischen den Gegenpolen des friedlichen Miteinanders und der Flucht.

 

LA MAR

 

CONTRAPUNKT CHOR

GEORG DARVAS Erzählung

ARIANNA SAVALL Gesang

MURAT CKUN Perkussion

INSTRUMENTALENSEMBLE

JONATHAN KEREN Arrangements

ABÉLIA NORDMANN Leitung

 

Programmheft

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BOODE LOOSE

Ein unterirdisches Hör-Labyrinth für Chor, Klavier und Lautsprecher

 

BOODE LOOSE geht unserer Wahrnehmung der Erde auf den Grund: mit Fundstücken eigener Feld-Recherchen und mit Material aus dem Forschungsprojekt Sounding Soil, das in intensiv und extensiv bewirtschaftete Böden der Schweiz hineinhört, entwickeln contrapunkt chor, Cedric Spindler (Audiodesign), Stefan Kägi (Klavier), Abélia Nordmann (Idee und Konzept) und Tobias Stückelberger (Leitung) ein romantisch-zeitgenössisches Geflecht aus menschlichen und un-menschlichen Stimmen.

 

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contrapunkt chor Muttenz

 

Audiodesign

Cedric Spindler

 

Klavier

Stefan Kägi

  

Idee und Konzept

Abélia Nordmann

 

Leitung

Tobias Stückelberger

 

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DES CHORFÖRDERKREDITS BASELLAND UND DER GEMEINDE ARLESHEIM

 

Programmheft

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CANTO

Ein neuer Blick auf den 1972 von Mikis Theodorakis vertonten Grossen Gesang des chilenischen Schriftstellers Pablo Neruda

 

1981 sang der contrapunkt chor die Schweizer Erstaufführung des Canto General. Weil dem Werk nach wie vor etwas inneliegt, was im heutigen Kontext von Rechtspopulismus, Neokolonialismus und BlackLivesMatter gehört werden will, schliessen sich 40 Jahre später contrapunkt chor und ensemble liberté zusammen, um dem Werk wiederum kritisch zu begegnen. Die zwei Komponistinnen Violeta Cruz und Tatiana Catanzaro aus Kolumbien und Brasilien bereichern diese erneute Auseinandersetzung mit je einer zeitgenössischen Auftragskomposition.  

 

CantoEventfrog

 

Programmheft 2021

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contrapunkt chor

ensemble liberté 

 

Míkis Theodorákis (* 1925, Griechenland)

CANTO GENERAL

Chor, Soli und Instrumentalensemble. Auszüge 

 

Violeta Cruz (* 1986, Kolumbien)

LA PATRIA DIVIDIDA

dedicated to the victims of the Colombian social protests that began on April 28, 2021. Uraufführung (Ausschnitt) 

 

Tatiana Catanzaro (* 1976, Brasilien)

SONNENSTRAHL VON BARNIMSTRASSE, Teil I. Uraufführung 

 

Aura Gutiérrez | Sopran

Valerio Zanolli | Bariton

Luca Fiorini | Koordination Instrumentalensemble ad hoc

Maija Gschwind, Abélia Nordmann | Co-Leitung

 

 

 

JEDER MENSCH

Ein Chorkonzert zu Menschenrecht und Menschenwürde 

 

“Ich habe diesen Entwurf geschrieben, weil die Würde des Menschen unantastbar sein muss. Niemand darf zu einem bloßen Objekt gemacht werden. Diese große Idee der Aufklärung müssen wir auch heute wieder verteidigen. Die hier vorgeschlagenen Rechte dienen nur diesem Ziel.” – Der Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach formuliert in seinem Buch “Jeder Mensch” (2021) sechs neue Grundrechte im Kontext von Globalisierung, künstlicher Intelligenz und Klimawandel. Sein Vorschlag zur Erweiterung der bestehenden Menschenrechtskonventionen inspirierte den contrapunkt chor und Abélia Nordmann zum Projekt JEDER MENSCH. Zwischen Utopie und Poesie und zwischen den Klangsprachen Arvo Pärts und Edward Griegs erklingen Volkslieder, Choräle und die Uraufführung einer Auftragskomposition für Chor, Streichquartett und Mezzosopran. Diesem Werk liegt – wie dem Projekt selbst – das Anliegen zugrunde, für die Würde des Menschen einzustehen.

 

Jeder Mensch

KIND, Kaffee auf Papier (© 2021 Barbara Schnetzler)

 

Programmheft

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contrapunkt chor

 

Maria Deger | Sopran

Eva Miribung | Violine I

Yumi Onda | Violine II

Elia Portables | Viola

Mara Miribung | Violoncello

Abélia Nordmann | Leitung

 

 

BASLER MUSEUMSNACHT 2020

Januar 2020, Fondation Beyeler, Riehen

 

Unter der Regie der Performerin Lynsey Peisinger hat der contrapunkt chor - zusammen mit anderen Chören - die Fondation Beyeler in ein singendes Museum verwandelt.

Performance in der Ausstellung RESONATING SPACES.

 

 

 

190912 contraPunkt SOLOMO Flyer A5 2Nutzen

 

 

SOLOMO

Barocke und zeitgenössische Chorwerke zu Gerechtigkeit und Zeit

November 2019, Stadtkirche Liestal

 

Marc-Antoine Charpentier (1643 – 1704)
JUDICIUM SALOMONIS (1702)

Alfred Knüsel (* 1941)
KONTAKT INFIZIERT. Sechs Reaktionen auf Unterdrückung (2010)
Ausschnitte

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)
SOLOMO (1749)
Ausschnitte

 

contrapunkt chor I 70 Stimmen

kollektiv novantik I junges Vokal- und Instrumentalensemble mit Begeisterung für Alte und Neue Musik

 

Cécilia Roumi I Sopran

Anna Vala Ólafsdóttir I Alt

Loïc Paulin I Tenor

Valerio Zanolli I Bariton, Leitung

Abélia Nordmann I Leitung

 

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Copyright: Peter Fischli / LUCERNE FESTIVAL

 

CHORTROMMEL II

Wiederaufnahme der Produktion des LUCERNE FESTIVAL 2018

Werke von Olivier Cuendet, Fritz Hauser, Christian Henking, Leonardo Idrobo,Vera Kappeler, Lucas Niggli, Katharina Rosenberger, Denis Schuler und Mike Svoboda

Februar 2019 I Kaserne Basel

 

Chortrommel – der Titel beschwört die Vorstellung eines Mischwesens herauf, halb Mensch und halb Instrument. Zum Leben erweckt hat dieses Mischwesen der Schweizer Schlagzeuger und Komponist Fritz Hauser, der für das erste Konzert seiner Luzerner Werkschau als «composer-in-residence» beim LUCERNE FESTIVAL 2018 die zwölf Gesangssolisten der Basler Madrigalisten mit dem grossbesetzten contrapunkt chor aus Muttenz und einem Schlagzeugtrio zusammenbrachte. Aus der archaischen Verbindung von Stimme und Schlagwerk ist ein knapp 100-köpfiger Klangkörper, ein bewegliches Rieseninstrument erwachsen. Acht KomponistInnen hatte Hauser gebeten, für die ungewöhnliche Besetzung neue vier- bis siebenminütige Werke zu schreiben, die er durch eigene klangliche Überleitungen, durch choreographische Elemente, Raumkonzept und Lichtregie zu einem organischen Ganzen verbunden hat.

 

Die in der Presse hochgelobte Produktion war im Februar 2019 nochmals in der KASERNE BASEL zu sehen, zu hören und zu erleben. 

 

Basler Madrigalisten & Raphael Immoos I Einstudierung und Leitung

contrapunkt chor & Abélia Nordmann I Einstudierung und Leitung

Schlagzeugtrio Klick: Fritz Hauser, Schlagzeug | Camille Emaille, Schlagzeug | Peter Conradin Zumthor

Brigitte Dubach I Licht 

Fritz Hauser I Künstlerische Gesamtleitung 

 

AY LA LE LO Banner

Diese und weitere Grafiken: Oliver Theinert / lo-fi.ch

 

AY LA LE LO!

Ein Winterkonzert vom Mittelmeer zum Schwarzen Meer

Dezember 2018 | Theodorskirche Basel & Reformierte Kirche Birsfelden

 

“Würde ich dem Vogel die Flügel abschneiden, würde er für immer bei mir bleiben. Aber – es ist ja der Vogel, den ich liebe.” Ein unbändiger Freiheitswille spricht aus den  Volksweisen des Baskenlandes und aus Liedern in den alten Dialekten südlich und nördlich der Pyrenäen – catalan, galicisch, occitan, gascon. Der contrapunkt chor reist zusammen mit Amal ans nördliche Mittelmeer und weiter ans Schwarze Meer, an dessen Küsten eine zweite neue Welt wartet: Sehnsuchtslieder aus Bulgarien, instrumentale Tänze aus der Türkei, und mit Gizem Şimşeks Stimme, Corina Landes' Violine, Samuel Freiburghaus' Taragot und Roberto Vaccas Akkordeon vermischen sich Chor und Stimmen zu einem grossen Ruf – “Ay la le lo!” – zwischen den Meeren.


AMAL

Gizem Şimşek | Stimme & Cello

Corina Landes | Violine

Samuel Freiburghaus | Taragot & Klarinetten

Roberto Vacca | Akkordeon
Abélia Nordmann | Leitung 

 CHORTROMMEL cp salat banner

Copyright: Peter Fischli / LUCERNE FESTIVAL

 

CHORTROMMEL

LUCERNE FESTIVAL

August 2018 |  Luzerner Saal des KKL

 

Am 18. August 2018 eröffnete die Produktion CHORTROMMEL die Festival-Reihe Moderne 1.

Die Basler Madrigalisten, der contrapunkt chor und das Schlagzeugtrio Klick unter der künstlerischen Leitung von Fritz Hauser - mehr Informationen hier

 

altes kraftwerk basel banner

Copyright: Altes Kraftwerk Basel I alteskraftwerk.ch

 

WINDESEILE

Performance für Chor und Stricknadeln

November & Dezember 2017 | Altes Kraftwerk Basel

 

Über einem nie abreissenden Grundton dehnte sich die Zeit: Zwischen den Betonwänden das Alten Kraftwerks surrten Spinnräder gegen den Strom, und unter liebevollen Wohnzimmerlampen sassen Simon and Garfunkel und Mani Matter und diskutiertn über Veränderung und Stillstand. Lieder aus Serbien, Island, Lettland und Georgien verstrickten sich mit musikalischen Fäden aus Wales, Israel, Bulgarien und der Schweiz. Unter dem beharrlichen Klicken der metallischen Nadeln entstand ein Gewebe aus leisem, konstantem Widerstand.

 

Abélia Nordmann | Leitung

Felicitas Jungi | Oeuil exterieur

 

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... ET BOIVENT DANS L'EAU LA LUNE

Poèmes Chinois und französische Liebesgedichte des 8., 16., 20. und 21. Jahrhunderts

Juni 2017 | Katholische Kirche Muttenz

 

Ein Programm aus Liebe - aus selten oder nie aufgeführten Werken von französischsprachigen Komponisten. Die von Francois Cheng übersetzten "Poèmes Chinois", vertont von Philippe Hersant, als Hauptwerk des Projekts, musikalisch umrahmt von französischen Liebesgedichten des 8., 16., 20. und 21. Jahrhunderts.

 

Grégoire May | Leitung

Stefan Kägi | Klavier

 

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Diese und weitere Grafiken: Oliver Theinert / lo-fi.ch

 

L'INVIERN

Weihnachtsprogramm 2016 - Lieder aus dem Bündnerland und aus der Romandie

Dezember 2016 | Leonhardskirche Basel | Stadtkirche Liestal

 

Weltlich, konkret und echt. So klingt die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht eines Kindes, eines Berges, eines Schmiedes und der personifizierten Nacht. Auf seiner Reise durch die West- und die Südostschweiz erzählt der contrapunkt chor verschiedene Episoden der Weihnachtsgeschichte: Lieder auf Rumantsch leuchten in fremden Farben und alte welschschweizer Weisen mischen sich mit vertrauten Klängen aus dem Bündnerland.

 

Grégoire May | Leitung

Anny Weiler | Erzählerin

 

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DER BASLER TRICHTER

Uraufführung | Auftragswerk des Theater Basel von Georg Nussbaumer für 3 SolistInnen und Laienchöre

September 2016 | Musikalische Performance im Stadtraum von Basel | Festival KLANGBASEL

 

Im Rahmen des Musikfestivals «KlangBasel» entwickelt der insbesondere für seine überraschenden Arbeiten im öffentlichen Raum bekannte österreichische Komponist Georg Nussbaumer eine Komposition für Laienchöre, in deren Zentrum die Brunnen von Basel stehen. «Der Basler Trichter» begibt sich als eine Art musikalischer Strom auf die Spur des Wassers. «Die Chöre lassen einen Ton durch Basel fliessen. Wie das Wasser verzweigt sich der Ton, sinkt ab, steigt auf, vereinigt sich. Kommt ein Chor an einen Brunnen, lässt er aus diesem Klang ein Stück aus seinem Repertoire auftauchen. Setzt sich der Chor wieder in Bewegung, versinken diese Zitate wieder in dem Klangstrom.» (Georg Nussbaumer)

 

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IM ALL 2.0

Wiederaufnahme: Zwei Kurzkonzerte im Dunkeln

September 2016 | Jazzcampus Basel im Rahmen des Festivals KLANGBASEL

 

In zwei halbstündigen Konzerten unter der Erde wiederholt der contrapunkt chor seine Reise um den Globus. Die futuristische Datenscheibe des Voyager Golden Records inspirierte uns im Juni zu zwei ausverkauften Raumkonzerten in der absoluten Dunkelheit des Oekolampad (siehe unten) - im Untergeschoss des Jazzcampus erklingen nun Ausschnitte aus einem Programm, das alle Kontinente der Erde umkreist und zum Mitsingen einlädt.

 

IM ALL

ein Konzert im Dunkeln

Juni 2016 | Oekolampad, Basel

 

Seit 39 Jahren fliegt die Raumsonde Voyager 1 durch unser Sonnensystem. An Bord hat sie eine mit Bildern, Musik und Geräuschen bespielte Goldene Schallplatte – die möglicherweise innerhalb der nächsten Milliarde Jahre verwundert von unbekannten Wesen abgehört werden könnte. Wenn nichts dazwischen kommt. Zu hören sind Willkommensgrüsse in 56 Sprachen, Walgesänge, Herzklopfen, Lachen, ein Kuss. Ebenso ein «Mixtape für Ausserirdische» mit Stücken von den Beatles bis zu Beethoven. Und eine Geräuschcollage, die die Evolution mit Blubbersound und Meeresrauschen dokumentiert. Dies alles wird den Wesen einiges Stirnrunzeln abverlangen, auch werden sie wahrscheinlich weder Suaheli noch Farsi verstehen. Vielleicht haben sie gar keine Finger, um die Platte in Betrieb zu nehmen, oder keine Ohren, um sie zu hören. Die Faszination für ein solches Projekt bleibt deswegen wohl eher uns Erdenmenschen vorbehalten. Dem contrapunkt chor gibt das verrückte Projekt die Möglichkeit, musikalisch einmal um den Globus zu sausen – unter anderem ganz im Dunkeln.

 

Sounddesign | Amadis Brugnoni

Raumkonzept | Mathias Schillmöller

Leitung | Abélia Nordmann

Programmblatt IM ALL

 

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DIE EREIGNISSE

Schauspiel von David Greig

Februar 2016 | Foyer Gymnasium Muttenz | Aula Schulhaus Donnerbaum Muttenz

 

Kann man einen Terroristen, einen mehrfachen Mörderverstehen? Claire Fletcher, liberale Seelsorgerin in einer Kleinstadt, lässt diese Frage keine Ruhe, nachdem eine Probe ihres Gemeindechors zum Schauplatz einer Tragödie geworden ist: Ein junger Mann hat in einem Amoklaufmehrere der Chormitgliedergetötet. Seitdem ist nichts mehr wie es war und eine Rückkehr zur Normalität scheint ein für alle Malunmöglich. Das Bedürfnis, die vergangenen Ereignisse nachzuvollziehen wird für Claire zur Obsession, in der die Gegensätze zwischen Gut und Böse verwischen. Kann sie ihre Wut und Rachegelüste aufgeben und verzeihen? Offenheit und Verständnis, die Grundfesten ihrer durchausumstrittenen Gemeindearbeit, werden im Spiegel des gewalttätigen Andersdenkenden radikal erschüttert.

Anders Breiviks rechtsextremistische Anschläge in Norwegen 2011 waren für den schottischen Dramatiker David Greig trauriger Anlass für sein Stück über den Umgang mit derartig unbegreiflichen Taten. Das Besondere dieser Inszenierung ist es, den Figuren in jeder Vorstellungeinen lokalen Laienchor gegenüber zu stellen und die Aufarbeitung in einer jeweils neuen, ganz konkreten Gemeinschaft zu verorten. So trifft das Theater jedes Mal auf einen anderen Teil gesellschaftlicher Realität und Schauspieler, Chor und Publikum stellen sich gemeinsam und im Augenblick der Aufführung den Fragen, die Greig aufwirft. Nach Stationen in Edinburgh, London, Drammen (Norwegen) und Wien ist das Stück, das der Guardian 2013 zum Theaterereignis des Jahres kürte, nun in Basel zu sehen und hat an seiner Brisanz nichts eingebüsst. Neben Vorstellungen im Theater wird die Inszenierung als mobile Produktion bei Chören im Baselbiet zu Gast sein.

 

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ALILO

georgische Weihnachten

Dezember 2015 | Katharinenkirche Laufen | Stadtkirche Liestal

 

ALILO ist die Eintrittskarte in eine neue Welt. Mit diesem Gesang zogen früher die Männer in Georgien vor dem Weihnachtsabend durch die Strassen. Der contrapunkt öffnet ein kleines Fenster in die jahrtausendealte polyphone Musiktradition und überrascht mit der Stärke und Schärfe der Dreistimmigkeit und der Inbrunst der Männer- und Frauenchöre. Er verliert sich in einem Land voller Dialekte, Traditionen und Rituale, die sich in der Reibung zwischen Asien und Europa behauptet und erhalten haben. Das aktuelle Konzertprogramm vermischt die verschiedenen Vertonungen des ALILO mit Tanzliedern, jodelähnlichen Arbeiterstücken und satireartigen Volksliedern aus den Regionen Kacheti, Samegrelo, Guria, Ratscha, Svaneti und Lasen. Mit ALILO zeigt der contrapunkt den Reichtum heidnisch-christlich-orthodoxer Gesänge auf und setzt sie in Kontrast mit vorchristlichen Wetterritualen aus den Weiten des Kaukasus.

 

Michelangelo Rinaldi | Perkussion, Oboen

Lucie Cornemillot | Kontrabass

Abélia Nordmann | Leitung

 

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stadt.land.tram

September 2015

 

Zwei Mal werden die Sängerinnen und Sänger des contrapunkt chor um 5 Uhr morgens unter freiem Himmel auf der Bühne stehen. Über dieser Bühne aus Rebbergen, Steinviadukten und Herbstbäumen geht die Sonne auf; leise, wispernd, Tram fahrend und singend, und mit dem Publikum zusammen spazierend. Leider ist das Ziel dieses Spaziergangs geheim – im Rahmen des Festivals ZeitRäume ist der contrapunkt Teil einer Uraufführung des Komponisten Daniel Ott (* 1960, Appenzell) über die Grenze zwischen Basel-Stadt und Basel-Land.

www.zeitraeumebasel.com

 

NEU Flyer Requiem A5 RZ ausschnitt

 

Antonio Lotti (1666-1740) 
Requiem für Soli, Chor und Orchester

Juni 2015 | Peterskirche Basel

 

Antonio Lottis Totenmesse ist mit ihrer ausdrucksstarken Harmonik und ihren verschlungenenLinien ein sinnliches Beispiel für eine hochentwickelte geistliche Musik ausdem Venedig des späten 17. Jahrhunderts. Die Handschrift des italienischen Komponisten– ihreunendliche Ruhe und Tiefe, die leuchtenden homophonen Passagen und derKontrast ihrer beweglichen Fugen – ist weitgehend unbekannt geblieben. Der contrapunktchor bleibt seinem Ruf treu, unkonventionelle Projekte auf die Bühne zu bringen,und rückt das imposante Werk in all seinen historischen Facetten in neues Licht.

 

LOTTI | Crucifixus | Chor und Continuo
MOZART | Grabmusik | Soli und Orchester
LOTTI | Requiem | Soli, Chor und Orchester

 

CONTRAPUNKT CHOR & NOVANTIK PROJECT BASEL

junges Vokal- und Instrumentalensemble mit Begeisterung für Alte und Neue Musik | www.novantik.com

Maria Weber | Sopran

Perrine Devillers | Sopran

Roman Melish | Altus
Matthias Deger | Tenor

Aram Ohanian | Bariton

Guglielmo Buonsanti | Bass

Abélia Nordmann & Valerio Zanolli | Leitung

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